Leitfaden Signalplanung

Wie viele Signale pro Tag sind sinnvoll?

Die Signalzahl ist die wichtigste Designentscheidung einer EMA-Studie: Sie bestimmt, wie fein Sie Verläufe abbilden können – und wie stark Sie Teilnehmende belasten. Dieser Leitfaden gibt Ihnen ein Vorgehen statt einer Pauschalzahl.

Rechnen Sie die Gesamtbelastung, nicht nur die Signale

Multiplizieren Sie Signale × Studientage × Beantwortungszeit. 6 Signale × 14 Tage × 45 Sekunden ergeben rund 63 Minuten reine Beantwortungszeit plus 84 Unterbrechungen. Diese Zahl gehört in Ihre Einwilligungsinformation und in die Ethik-Einreichung.

1–2 Signale pro Tag

Geeignet für Tagesbilanzen, Schlaf, abendliche Rückblicke. Sehr geringe Belastung, aber keine Aussage über Schwankungen im Tagesverlauf.

3–5 Signale pro Tag

Häufiger Standardbereich für Affekt, Stress, Konzentration. Guter Kompromiss aus Datendichte und Abbruchrisiko, auch für Abschlussarbeiten realistisch.

6–8 Signale pro Tag

Für schnell schwankende Zustände oder situationsnahe Fragen. Erfordert sehr kurze Fragebögen, gute Betreuung und meist einen kürzeren Studienzeitraum.

Mehr als 8 Signale pro Tag

Nur mit starker Begründung, kleiner Item-Zahl und ggf. Incentivierung. Belastung und Reaktivität steigen deutlich.

Vorgehen in fünf Schritten

  1. 1

    Zeitliche Auflösung aus der Hypothese ableiten

    Formulieren Sie die Hypothese mit Zeitbezug: „Anspannung steigt in den zwei Stunden vor einer Prüfung“ verlangt engere Signale als „an Tagen mit wenig Schlaf ist die Stimmung schlechter“.

  2. 2

    Messzeitpunkte pro Person schätzen

    Für Mehrebenenmodelle brauchen Sie ausreichend Messzeitpunkte je Person. Mehr Tage bei weniger Signalen sind oft besser verträglich als viele Signale an wenigen Tagen.

  3. 3

    Zeitfenster festlegen

    Definieren Sie ein Tagesfenster (z. B. 9–21 Uhr) und einen Mindestabstand zwischen Signalen, damit sie nicht zusammenfallen.

  4. 4

    Antwortfenster wählen

    Kurz (15–30 Min.) für hohe Momentnähe, länger (bis 60 Min.) für höhere Compliance. Das Fenster bestimmt, ab wann ein Signal als verpasst gilt.

  5. 5

    Im Pretest prüfen

    Lassen Sie zwei bis drei Personen zwei Tage mitlaufen. Fragen Sie nach empfundener Störung, Zeitpunkten und technischen Problemen – und korrigieren Sie erst dann den Plan.

Grenzen in QueryMe

  • Signalzahl, Zeitfenster, Antwortfenster und Studienzeitraum konfigurieren Sie im Builder unter „Studienmodus“.
  • Pro Studie sind bis zu 100 aktive Teilnehmende vorgesehen; für größere Erhebungen sprechen Sie uns für eine individuelle Lösung an.
  • Wiederkehrende Modi benötigen Pulse: 59,90 € pro Monat oder 149,90 € als Studienpass für genau eine Studie.

Häufige Fragen

Sollen Signale zufällig oder fest sein?

Zufällige Zeitpunkte innerhalb von Fenstern reduzieren Antizipation und liefern repräsentativere Momentaufnahmen. Feste Zeitpunkte sind planbarer und passen zu Routinen wie Mahlzeiten oder Schichtenden.

Wie lang darf ein EMA-Fragebogen sein?

Bei mehreren Signalen täglich sind 5–8 Items realistisch. Längere Instrumente gehören in eine einmalige Eingangsbefragung oder in eine abendliche Tagebuchmessung.

Wie viele Studientage sind sinnvoll?

7–14 Tage sind verbreitet. Kürzere Zeiträume liefern zu wenige Messzeitpunkte, deutlich längere erhöhen Ermüdung und Abbruch.

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